Acht Jahre Planung, unzählige Dialoge und eine klare Vision: Die Luisenhöfe in Aachen biegen auf die Zielgerade ein. Wo heute noch ungenutzte Brachflächen und alte Garagenhöfe das Bild prägen, entsteht bald ein lebendiges, autofreies Quartier, das Generationen verbindet. Mit der Einreichung des Bauantrags in diesem Jahr legen wir den Grundstein für 160 neue Wohnungen, eine Kita und innovative Umnutzungen historischer Substanz. Ein Projekt, das zeigt, wie wertvoll geduldige Projektentwicklung für eine nachhaltige Stadt der Zukunft ist.
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Ein partizipativer Meilenstein: Acht Jahre für die beste Lösung
Hier war langer Atem gefragt: Acht Jahre hat es gedauert bis zum Satzungsbeschluss für die Luisenhöfe in Aachen. Nun bereiten wir den Bauantrag vor, der noch in diesem Jahr eingereicht werden soll. Im nächsten Jahr könnten dann die Bauarbeiten starten und endlich 160 neue Wohnungen entstehen.
Der Entwicklung des Quartiers, das in eine historisch gewachsene Blockrandbebauung eingebettet wird, ist ein vielseitiger Partizipationsprozess vorausgegangen: Während gleich zwei Wettbewerbe die städtebauliche und architektonische Qualität sicherten, wurde in einem komplexen Beteiligungsprozess ein offener Dialog mit Verwaltung, Politik und Nachbarn geführt, um beste Wirkung zu entfalten.
Städtebauliche Höchstleistung: Maximale Fläche bei minimaler Versiegelung
Nun entsteht auf der Fläche von Garagenhöfen, einem stillgelegten Firmengelände und einen leerstehenden Bunker ein autofreies Wohnquartier der kurzen Wege in zentraler Lage. „Wir können hier wertvolle innerstädtische Räume, die zuvor als Lager, zum Abstellen von Pkw oder gar nicht genutzt wurden, in dringend benötigten Wohnraum verwandeln“, sagt Sylvia Friederich, Unitleiterin Wohnen bei Landmarken. Mehr als ein Drittel der Wohnfläche wird öffentlich gefördert. Hinzu kommt eine Kita; auch ergänzendes Gewerbe sowie eine Gastronomie sind geplant. Gemeinschaftsangebote sollen das Miteinander fördern.
Die besondere Nachhaltigkeit des Projekts zeigt sich bei der Flächenversiegelung – immer eine große Herausforderung bei der Wohnraumschaffung. Dass deren Grad nur minimal von 46 auf 51 Prozent der Grundstücksfläche steigt, ist eine städtebauliche und freiraumplanerische Höchstleistung. Nur 750 m² müssen neu versiegelt werden – für 23.000 m² neue Bruttogeschossfläche.
Zweites Leben für das Denkmal: Der Bunker als Quartiersherz
Die Planung des Quartiers basiert auf dem Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs von hector3 architekten und GTL Landschaftsarchitektur. Im Wettbewerb zur Transformation des Weltkriegsbunkers gewann der Entwurf des Aachener Studios für Architektur smaa, der behutsam mit dem geschützten Denkmal umgeht, es zum Quartier hin öffnet und flexible Nutzungen ermöglicht. Neben Büroflächen sind hier quartiersbezogene Nutzungen wie ein Café, eine Bibliothek, Gemeinschaftsflächen oder Co-Working denkbar.
Der Wohnungsmix für Singles, Paare und Familien spiegelt die Vielseitigkeit des Quartiers wider – ebenso wie der Baustein Senior Living, der mit lively umgesetzt werden kann. Ein Sharing-Angebot mit quartierseigenen Lastenrädern und E-Autos fördert die klimaschonende Mobilität. Behutsam ins historisch gewachsene Viertel eingegliedert, werden die Luisenhöfe zur nachhaltig gestalteten Oase mitten in der Stadt.